Erfolg und Tragik der Brooklyn Bridge

Die Brooklyn Bridge gehört zweifelsfrei zu den markantesten Konstruktionen der zahlreichen Brücken New Yorks. Die Brücke ist nicht nur für Autos befahrbar sondern auch über getrennte Wege für Radfahrer und Fußgänger. Daher empfiehlt sich ein abendlicher Spaziergang oder Fahrradtour bei Abenddämmerung in Richtung Brooklyn. Um sich von der Hektik der Stadt zu entspannen wartet am anderen Ende der Brooklyn Bridge Park und die berühmte Uferpromenade Brooklyn Heights.  

Dieses New Yorker Wahrzeichen hat, wie die meisten amerikanischen Wahrzeichen, eine junge aber auch eine deutsche, sehr tragische Geschichte. Der Entwurf stammte aus der Feder von John Augustus Roebeling, geboren in Mühlhausen in Thüringen. Nach dem Studium in Berlin wanderte er 1831 nach Amerika aus, "versackte" dort erstmal als Bauarbeiter. Als er zurück zu seinen Wurzeln fand, entwarf er als Ingenieur viele bekannte Brücken in den USA. Darunter auch die John A. Roebling Suspension Bridge in Cincinnati (1867).

1865 begann Roebling mit den Planungen für die Brooklyn Bridge, die den East River in New York überspannen und die Stadtteile Brooklyn und Manhattan verbinden sollte. Bis dahin war das Überqueren des East Rivers, der ein Ausläufer des Atlantiks ist, nur über Fähre möglich. Im Winter war das aufgrund der Eisschollen nicht möglich gewesen. Eine Erfahrung, die Roebeling selbst machen musste und wer weiß, vielleicht hatte das den Wunsch geweckt diese Brücke zu bauen. Und damit beginnt aber auch die Tragödie. Das Bauprojekt verzögerte sich zunächst wegen des Bürgerkriegs. Später wurde Roebling in einen Fährenunfall verwickelt und starb wenig später an Tetanus. Er bekam sein Bauprojekt also niemals zu sehen. Sein Sohn, Washington Augustus Roebling, übernahm das Projekt. Doch wie viele Arbeiter auch, litt er sehr bald unter der sog. Taucherkrankheit. Viele Arbeiter mussten aufgrund des Fundamentes so tief unter den Meeresspiegel, daß eine Dekompression notwendig gewesen wäre. Doch diese Information ist soz. "untergegangen". 

 

Von seinem Haus aus kontrollierte er durch ein Fernrohr, wie die gigantische Konstruktion fertiggestellt wurde. Aber er selbst konnte nie seinen Fuß auf diese Holzplanken setzen. 24. Mai 1884 war es sein Frau Emily, die das erste mal die Brücke betrat.